Herford, 15. September 2026 – Die IG Metall Herford zieht eine positive Bilanz ihrer Ansprachewoche zur Tarifrunde 2026. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter waren in sieben Unternehmen unterwegs: Imperial und HORA eTEC in Bünde, INOMETA in Herford, Kannegiesser in Vlotho, Steute in Bad Oeynhausen, Koenig & Bauer Kammann in Löhne sowie bei der Hettich-Gruppe in Kirchlengern und Vlotho.
Die Gespräche mit den Beschäftigten zeigten, dass neben der Entgeltentwicklung vor allem Themen wie Beschäftigungssicherung, Lohngerechtigkeit, die Übernahme von Auszubildenden sowie die Situation außertariflich Beschäftigter eine wichtige Rolle spielen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Ansprachewoche war die Situation in der Hettich-Gruppe. Dort hat die IG Metall eine Mehrheitspetition gestartet. Die Beschäftigten fordern die Rückzahlung der einbehaltenen 3,1 Prozent sowie Transparenz darüber, wie die Mittel verwendet wurden, auf die die Beschäftigten verzichtet haben. Die Petition wird nur dann an die Unternehmensleitung übergeben, wenn sie von einer Mehrheit der Beschäftigten unterstützt wird.
Insbesondere die Beschäftigten bei Hettich ONI haben sich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Standorte der Hettich-Gruppe organisiert. Sie machen deutlich, dass der Entgeltverzicht nicht die Zustimmung der Belegschaft findet und fordern eine transparente Aufarbeitung der Entscheidungen.
„Die Beschäftigten wollen Klarheit. Viele fragen sich, was mit dem Geld passiert ist, auf das sie verzichtet haben. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass wichtige wirtschaftliche Entscheidungen nicht einseitig getroffen werden dürfen“, erklärt Markus Krecht, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Herford.
Der Zugang zu den Betrieben war während der Ansprachewoche sehr unterschiedlich. Während die IG Metall in einigen Unternehmen direkt mit Beschäftigten an den Arbeitsplätzen sprechen konnte, stieß sie in anderen Betrieben bis kurz vor den Aktionen auf erheblichen Widerstand.
„Besonders kritisch sehen wir Versuche einzelner Arbeitgeber, die Koalitionsfreiheit von Beschäftigten einzuschränken. Es darf nicht kontrolliert werden, wer sich gewerkschaftlich engagiert, Mitglieder wirbt oder Missstände im Betrieb anspricht“, erklärt Markus Krecht.
Trotz dieser Hindernisse bewertet die IG Metall die Ansprachewoche als Erfolg. „Wir haben viele gute Gespräche geführt und erlebt, dass die Beschäftigten die Tarifrunde aufmerksam verfolgen. Die Bereitschaft, sich für faire Einkommen und gute Arbeitsbedingungen einzusetzen, ist groß“, so Markus Krecht.