Warnstreik bei Sulo: Beschäftigte machen Druck in der Tarifrunde
Herford, 2. Juli 2026 – In den festgefahrenen Tarifverhandlungen bei Sulo Umwelttechnik verschärft die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeberseite. Mit einem einstündigen Warnstreik haben Beschäftigte am Mittwoch ein deutliches Signal gesendet: Sie erwarten ein Angebot, das den steigenden Lebenshaltungskosten gerecht wird.
Seit mehreren Wochen ringen die Geschäftsführung des Herforder Unternehmens an der Bünder Straße und die IG Metall um einen neuen Tarifvertrag für die 191 Beschäftigten. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Deshalb legten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Produktion am Mittwoch von 13.30 bis 14.30 Uhr ihre Arbeit nieder und versammelten sich vor dem Werkstor.
Rund 70 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft an der Aktion. Ihr Anliegen ist klar: Die Einkommen sollen spürbar steigen, um die Folgen der anhaltenden Inflation abzufedern.
„Die Preise steigen seit Monaten. Das bisherige Angebot des Arbeitgebers reicht nicht aus, um diese Entwicklung auszugleichen“, sagt der Beschäftigte Jörg Nolting während der Kundgebung.
Auch die IG Metall zeigt sich mit dem Verlauf der Verhandlungen unzufrieden. Markus Krecht, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Herford, kritisiert insbesondere die Haltung der Arbeitgeberseite: „Die betriebliche Tarifkommission hat in den Gesprächen mehrfach Kompromissbereitschaft gezeigt. Dennoch ist das Unternehmen bislang nicht einmal bereit, einen Inflationsausgleich zu gewähren. Das werden die Beschäftigten nicht akzeptieren.“
Nach Angaben der Gewerkschaft standen bei den ersten Gesprächsrunden im März vor allem Unternehmensentwicklung und geplante Investitionen im Mittelpunkt. Die Anliegen der Belegschaft seien dagegen kaum thematisiert worden. In den weiteren Verhandlungen habe die Arbeitgeberseite schließlich erklärt, es gebe keinen finanziellen Spielraum für weitergehende Zugeständnisse.
Für die IG Metall ist diese Argumentation nicht nachvollziehbar. Nach ihren Berechnungen liegen die Entgelte bei Sulo Umwelttechnik derzeit etwa zwölf Prozent unter dem Niveau vergleichbarer tarifgebundener Unternehmen. Das Herforder Unternehmen ist insbesondere als Hersteller von Müllbehältern und Containern bekannt.
Die Gewerkschaft fordert daher eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um einen Sockelbetrag von 86 Euro pro Monat, bezogen auf die Facharbeiter-Lohngruppe 7. Das bisherige Angebot des Unternehmens beläuft sich nach Gewerkschaftsangaben auf 62 Euro monatlich.
Sollte es in den kommenden Verhandlungsrunden weiterhin keine Annäherung geben, kündigt die IG Metall bereits weitere Schritte an. „Die Beschäftigten haben heute gezeigt, dass sie hinter ihren Forderungen stehen. Wenn nötig, werden wir die Arbeitskampfmaßnahmen ausweiten“, macht Krecht deutlich.
Der Warnstreik verdeutlicht damit, dass die Tarifauseinandersetzung bei Sulo Umwelttechnik in eine entscheidende Phase eingetreten ist.